Energieüberschuss mit Plusenergiehaus

27.12.2011 by

Ein Plusenergiehaus ist ein Haus, das selbst mehr Energie produziert als es verbraucht: einen Energieüberschuss also. Dies führt nicht nur zu erstklassiger Umweltverträglichkeit, sondern sorgt zudem für ein Plus im Geldbeutel des Besitzers. Dein Bauguide schaut sich das Plusenergiehaus einmal genauer an. Diskutiere das Thema gerne im Kommentarfeld oder im Forum.

Grundprinzip des Plusenergiehauses

Ein Plusenergiehaus erzeugt mehr Energie als es verbraucht.

Ein Plusenergiehaus erzeugt mehr Energie als es verbraucht.

Das Ziel eines Plusenergiehauses ist ein Plus bezüglich der Energieproduktion im Vergleich zum Energieverbrauch zu erwirtschaften. Darin liegt beispielsweise der Unterschied zum Passivhaus, das ebenfalls energieeffizient ist, aber immer noch mehr Energie verbraucht, als es produziert.

Damit ein Plusenergiehaus seinen Ansprüchen gerecht wird, muss man vor allem erneuerbare Energiequellen wie Solarenergie, Geothermie oder andere Wärmepumpen, Pellets oder Windkraft verwenden. Zudem muss das Haus nach bestimmten Energiestandards gebaut werden, die Isolierung, Raumaufteilung, Fenster etc. betreffen.

Gute Isolierung und bewusster Umgang mit Wärme

Über das Plus an eigener Energieerzeugung hinaus, gilt das Bestreben, die Wärme im Haus zu behalten. Dies geschieht durch erstklassige Isolierung von Wänden, Böden und Dach, sowie Fenstern und Türen mit niedrigem U-Wert.

Ein anderer Wichtiger Punkt ist ein Lüftungssystem , das eine Mehrfachanwendung der Wärme ermöglicht, wie beispielsweise bei einer Luftwärmepumpe. Weiter gibt es viele mehr oder weniger experimentelle Maßnahmen Wärme zu gewinnen und wiederzuverwenden. So kann man sich beispielsweise an der Wärme im Abwasser bedienen, das sonst ungenutzt das Haus verlässt, und diese zum Heizen verwenden.

Viele kleine Brötchen machen auch satt

Wie Dein Bauguide früher schon beschrieben hat, kann man durch viele kleine Taten großer Energieeinsparungen erwirken. Dazu gehören beispielsweise energiesparende Beleuchtung oder bewusster Umgang mit Wasser und Strom. Sogar wo das Haus gebaut wird spielt eine Rolle wenn man ein Plusenergiehaus baut. So kann ein natürlicher Windschutz in Form eines Hügels dafür sorgen, dass die Wärme besser im Haus gehalten wird. Für mehr einfache Tipps empfehlen wir unseren Artikel Clevere Energiespartipps.

Was kostet ein Plusenergiehaus

Alle oben beschriebenen Faktoren beim Hausbau zu bedenken ist generell teurer, als ein traditionelles Haus zu bauen. In alternative Energien wie Solaranlage oder Erdwärmepumpe zu investieren macht einen großen Teil der zusätzlichen Kosten aus. Es erscheint einfacher, das Haus  an das kommunale Stromnetz und Fernwärmeversorgung anzuschließen.

Allerdings muss man bei der Planung bedenken, dass das Plusenergiehaus, wenn richtig konstruiert, ein Überschuss an Energie erzeugt und die monatlichen Kosten gegen null gehen. Mit dem Energieüberschuss kann man nicht nur die Kosten für Strom oder Brennstoffe ausgleichen, diesen auch an andere Haushalte weiterverkaufen. So kann man in wärmeren Monaten Energie verkaufen und mit dem Gewinn die Zusatzkosten für extra Strom im Winter decken.

Eine genaue Kostenangabe für ein Plusenergiehaus zu machen ist im Prinzip unmöglich, da jedes Bauprojekt einzigartig ist. Man kann aber mit etwa 20 Prozent höheren Kosten als für ein normales Haus rechnen. Jedoch ist ein Plusenergiehaus eine Investition in die Zukunft, die sich ganz schnell lohnen kann, vor allem wenn die Preise für Öl und Gas immer weiter steigen.

Wie beginnt man zu bauen?

Es ist nicht einfach, ein Plusenergiehaus zu planen und zu bauen, da die Methode immer noch recht neu ist. Habe Geduld und hole mehrere Angebote von verschiedenen Baufirmen ein, bevor Du Dich für eine entscheidest, die die nötige Zeit aufbringen kann und kompetent ist. Hast Du das richtige Unternehmen gefunden, ist es Zeit, genau das Budget zu planen. Wie bei jedem anderen ausbau auch, soll es ja nicht zur Kostenexplosion werden, auch wenn ein Plusenergiehaus in der Regel zu Beginn teurer ist.

Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass sich das Plusenergiehaus schlussendlich komplett selbst finanziert, jedoch führt es zu deutlichen Einsparungen und schont das Klima.

Kannst Du Dir vorstellen ein Plusenergiehaus zu bauen? Teile uns Deine Gedanken und Überlegungen mit – als Kommentar oder im Forum.

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2 kommentarer

  1. F Braake

    Es sollte vielleicht erwähnt werden, dass Passivhaus und Plusenergiehaus keinen Gegensatz bilden. Werden beim Hausbau Passivhaus-Standards eingehalten, kann dies durchaus die Grundlage zum Plusenergiehaus bilden, wie hier gut zu lesen ist: http://www.passivhaus.de/passivhaus-informationen/vom-passivhaus-zum-plus-energiehaus.html

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