Vauban – Die grüne Stadt

19.09.2011 by

Kann ein Gelände einer alten Militärkaserne aus der Wehrmachtszeit umweltfreundlich sein? Ja, das kann es in der Tat. Freiburg im Breisgau ist mit seinem grünen Stadtteil Vauban ein außergewöhnliches Paradebeispiel für nachhaltiges Leben: umweltbewusstes und energieeffizientes Wohnen, kaum Autos auf den Straßen und ein ganz besonderes Miteinander der Nachbarn.

Das Projekt Vauban

Der Freiburger Stadtteil Vauban

Der Freiburger Stadtteil Vauban (Foto: www.vauban.de)

Die Bewohner von Vauban haben ein gemeinsames Ziel: Nachhaltigkeit. Früher waren auf dem alten Kasernengelände, das nach dem Zweiten Weltkrieg von den Franzosen besetzt wurde, Soldaten untergebracht. Heute gehört Vauban zu den innovativsten Stadtteilen der Welt und ist bis weit über die Grenzen Deutschlands bekannt.

Die Planungen für den Öko-Stadtteil begannen schon in den frühen 1990ern, nachdem die französischen Soldaten nach der Wiedervereinigung abgezogen waren. Unter Beteiligung der zukünftigen Bewohner wurde das Viertel 2006 fertiggestellt. Mittlerweile leben mehr als 5.000 Menschen, vor allem Familien, ein umweltbewusstes, fast autofreies und kooperatives Leben in Vauban.

Innovative Standards

Bunte Niedrigenergie-, Plusenergie- und Passivhäuser prägen den Charakter des Stadtteils – alle auf dem modernsten Stand. Zusammen mit der effizienten Nutzung erneuerbarer Ressourcen und Verkehrsberuhigung setzt Vauban einzigartige Standards. Am bekanntesten ist das Viertel wohl durch sein Energie- und vor allem Verkehrskonzept. International hat besonders die Autofreiheit für viel Aufmerksamkeit und Ver- beziehungsweise Bewunderung gesorgt. In- sowie ausländische Touristen strömen regelrecht nach Vauban, um sich das Leben dort mit eigenen Augen anzusehen.

Die Häuser sind nach strengen Energiekonzepten erbaut. Es gibt Niedrigenergie- und Passivhäuser, die die Energie effizient nutzen. Darüber hinaus wird mit den in der Solarsiedlung stehenden Plusenergiehäusern ein Energieüberschuss erzeugt. Dies führt dazu, dass manche Bewohner die gleichen Energiekosten in einem Monat haben, wie andere Menschen in einem ganzen Jahr. Bei kalten Temperaturen werden die Wohnungen durch ein Blockheizkraftwerk mit Wärme versorgt.

Solarstromanlage auf dem Dach in Vauban.

Solarstromanlage auf dem Dach (Foto: www.passivhaus-vauban.de)

So viele Kinder, die unbehelligt auf der Straße spielen sieht man selten – laufen sie doch in den meisten Städten oder Siedlungen Gefahr, unter ein Auto zu geraten. Nicht so in Vauban. Das Viertel ist stellplatzfrei und verkehrsberuhigt. Die Autos der Bewohner stehen in Sammelgaragen am Rande des Stadtteils – der Stellplatz muss gekauft werden. Einzig und allein zum Be- oder Entladen darf man in die Siedlung hinein fahren. Rund 70% der Bewohner besitzen nicht mal ein Auto. Das ist auch nicht zwingend notwendig, denn durch die perfekte Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel und die Möglichkeit zum Carsharing ist man absolut nicht auf das Auto angewiesen. Außerdem ist Freiburg eine Fahrradstadt und und man kann alles ganz einfach per Drahtesel erledigen.

Gemeinsam in die Zukunft

Allein die Energienutzung und nahezu komplette Autofreiheit machen Vauban schon einzigartig. Für den Erfolg sind aber das soziale Miteinander der Bewohner und die Möglichkeit der Mitgestaltung bei der Planung und Weiterentwicklung ihres Stadtteils verantwortlich  – und dies erzeugt den einzigartigen Mehrwert der grünen Siedlung. Es gibt Studentenwohnungen, eine Grundschule und Gemeinschaftseinrichtungen im Viertel. Nachwievor engagieren sich die Menschen in der erweiterten Bürgerbeteiligung, melden ihre Ansprüche an und zeigen deutliches Interesse an ihrer Siedlung. Ergebnis: eine ganz besondere Lebensqualität mit grünem Anstrich.

Was hältst Du von Vauban und der Idee nachhaltigen Lebens?  Warst Du vielleicht schon mal dort? Kommentiere gerne diesen Artikel oder schreibe ins Forum.

 

Verwendete Bildquellen: www.vauban.de und www.passivhaus-vauban.de

1 kommentar

  1. TimoS

    Cooles Viertel! Hab in Freiburg studiert und hatte Freunde, die dort gewohnt haben. Bisschen hippie, aber das muss ja nicht unbedingt schlecht sein.

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