Vergleich: Erdwärme mit Kollektoren oder Sonden

09.07.2014 by

Willst du Erdwärme installieren, hast dich aber noch nicht zwischen Flächenkollektoren oder Sonden entschieden? Dein Bauguide vergleicht beide Lösungen.

Heizen mit Erdwärme

Erdwärmepumpen mit Flächenkollektoren oder Sonden  sind prinzipiell gleichwertige Heizalternativen mit Blick auf den Betrieb, die Lebensdauer und den Wirkungsgrad – vorausgesetzt sie werden richtig dimensioniert und fachmännisch installiert. Die Wärmepumpentechnik ist ähnlich, da bei beiden eine Soleflüssigkeit zirkuliert, die die Wärme zum Kompressor transportiert.

Voraussetzung des Grundstücks

Maßgeblich entscheidend bei der Wahl einer der beiden Alternativen sind das Grundstück und die Bodenbeschaffenheit.

Um Flächenkollektoren unterhalb der Frostgrenze zu verlegen, muss der nötige Platz vorhanden sein. Die Fläche über den Schläuchen darf nicht bebaut werden. In der Regel werden 300 bis 500 Meter Schläuche in Schlingen in den Boden eingebracht. Dies bedeutet, dass das im Schnitt 500 Quadratmeter Fläche vorhanden sein müssen.

Zudem muss die Bodenbeschaffenheit stimmen. Am besten eignet sich ein kompakter und feuchter Boden aus Lehm oder nasser, sandiger Erde.

So funktioniert eine Erdwärmepumpe mit Sonden.

So funktioniert eine Erdwärmepumpe mit Sonden.

Die Sonden einer Erdwärmepumpe werden entsprechend des Wärmebedarfs in eine bestimmte Tiefe gebohrt. Vom Wärmebedarf des Hauses hängen also Anzahl und Tiefe der Sonden ab.

Im Vorfeld muss man sich also über die Beschaffenheit des Bodens informieren. Dies kann mittels einer Bodenanalyse erfolgen, oder indem man sich an eine Bohrfirma wendet, die in der Nähe bereits Bohrungen durchgeführt hat. Zudem verfügt die Baubehörde über die nötigen Vorkenntnisse.

Erdwärme – Kostenunterschiede

Die Bohrung macht den Größten Teil der Installation von Erdwärme aus. Der Bohrmeter kostet im Schnitt 50 Euro. In der Regel wird in Tiefen bis zu 80 Metern gebohrt. Dies Ergibt bei drei Sonden Bohrkosten von 12.000 Euro. Es gibt aber auch Firmen, die für mehr, bzw. weniger Geld bohren. Hier sollte nach den enthaltenen Leistungen und Garantien verglichen werden.

Die Grabungsarbeiten für eine Erdwärmepumpe mit Flächenkollektoren mit einer Länge von 400 Metern liegen etwa bei 2.000 bis 4.000 Euro.

Bei beiden Alternativen kommen noch die Kosten für die Erdwärmepumpe hinzu, die sich im Schnitt auf 10.000 Euro belaufen.

Nachteile von Erdwärme

Erdwärme hat viele Vorteile. Es handelt sich um ein umweltfreundliches und effizientes Heizsystem. Durch die Einsparungen von Heizkosten amortisieren sich die Investitionen zudem nach einigen Jahren.

Jedoch gibt es auch ein paar Nachteile. Die umfassenden Grabungsarbeiten zum verlegen der Flächenkollektoren führen dazu, dass das Grundstück meist aufwändig wiederhergestellt werden muss – dies ist auch in die Investition mit einzuberechnen.

Zudem können sowohl die Kollektoren als auch die Sonden bei fehlerhafter Dimensionierung dem Boden zu viel Wärme entziehen, was den Effekt reduziert.

Planung für die Zukunft

Egal, ob die Erdwärmepumpe ihre Energie über Flächenkollektoren oder Sonden bezieht, muss bei der Planung in die Zukunft geblickt werden. Hat man ein altes Haus ist es schnell geschehen, eine große Wärmepumpe zu installieren die den jetzigen Energiebedarf deckt. Wird jedoch die Gebäudehülle saniert und somit die Dämmung verbessert, kann sich die Erdwärmepumpe in Zukunft als überdimensioniert erweisen.

Fakten zur Erdwärmepumpe

  • Energieeinsparung: Eine Erdwärmepumpe führt zu Energieeinsparungen von 50 bis 75 Prozent. Wie viel eingespart werden kann hängt unter anderem von der Region, der Größe des Haushalts und dem aktuellen Energieverbrauch ab.
  • Investition: Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus können sich die Investitionskosten auf bis zu 20.000 Euro belaufen.
  • Angebote einholen: Der Installateur sollte in Ruhe ausgewählt werden. Es empfiehlt sich, mehrere Angebote von verschiedenen Installateuren einzuholen und diese genau nach Preis und Leistung zu vergleichen.
  • Baugenehmigung: Im Vorweg sollte man sich bei der Gemeinde um die Notwendigkeit einer Baugenehmigung erkundigen.

Schreibe gerne einen Kommentar oder in unser Forum wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Erdwärme hast.

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