Grundstückskauf – Augen auf!

30.06.2013 von

Bevor du mit dem Neubau beginnst, musst du erst einmal ein Grundstück besitzen. Vielleicht hast du schon einen Standort im Blick? Jedoch ist die Gesetzeslage für den Grundstückskauf recht komplex und für den Laien relativ schwer zu durchschauen.

Es gibt einige Dinge, die beachtet werden müssen, damit es später keinen Ärger gibt – schließlich sollst du dich auf dein neues Haus freuen. Deshalb: Augen auf! Dein Bauguide verrät dir die wichtigsten Fakten.

Der richtige Standort

Beim Grundstückskauf gilt eine wichtige Regel: Schaue es dir persönlich an. Denke daran, dass nicht nur die Größe und die Lage eine Rolle spielen. Es sollten auch Faktoren wie Infrastruktur und Lärmbelästigung beachtet werden. Was bringt einem ein schönes Grundstück, wenn man immer weit zum Einkaufen fahren muss, oder kein Schulbus fährt und die Kinder auf die Eltern angewiesen sind.

Ein Tipp: schaue dir das Grundstück an einem Werktag an, nur dann bekommst du ein realistisches Bild über die Verkehrssituation und den Lärm. Es bietet sich an, das Grundstück gemeinsam mit einem unabhängigen Experten zu besichtigen, denn dieser hat ein geschultes Auge für Dinge, die Dir vielleicht verborgen bleiben.

Grundstückspreise und KostenBaustelle eines Hauses.

Die Kenntnis über die aktuellen Grundstückspreise ist unerlässlich. Wer will schon zu viel bezahlen. Informiere dich deshalb bei der Kommune, Maklern und Immobilienabteilung deiner Bank über die derzeitige Preislage, denn sie haben die genauen Zahlen vorliegen.

Ist die Wahl auf ein Grundstück gefallen, ist es ratsam mit den Anreinern zu sprechen. Sie können dir die Gründe nennen, warum das Grundstück beispielsweise schon lange nicht verkauft wurde. Bauplätze sind Mangelware, aber wenn ein Grundstück nicht an den Mann zu bringen ist, hat das oft eine Grund.

Grundlegend für den Grundstückspreis sollte ein Bodengutachten sein, das sich lohnt in Auftrag zu geben. Es gibt Auskunft über die Bodenbeschaffenheit, den Grundwasserstand und ähnliche Werte, die bestimmte Vorkehrungen mit sich bringen, wie beispielsweise einen Bodenaustausch oder eine Wanne für den Keller.

Ein weiterer Kostenfaktor wird die Erschließung sein. Das heißt, dass das Haus an die Versorgung mit Elektrizität, Wasser, Abwasser usw. angeschlossen werden muss. Zudem stellt sich hier auch die Frage nach der Verkehrsanbindung. Die Kosten hierfür werden nur teilweise von der Kommune getragen. Den größten Teil muss der Grundstücksbesitzer stemmen. Da aber oft gleich mehrere Grundstücke erschlossen werden, teilen sich meist mehrere Bauherren die Kosten.

Behörden – Umwelt- und Katasteramt

Beim Umweltamt kannst du prüfen, ob der vorherige Nutzer Altlasten hinterlassen hat, die vom neuen Eigentümer entsorgt werden müssen. Im Falle von größeren Verunreinigungen, solltest du den Vorbesitzer die Entsorgung übernehmen lassen, oder das Grundstück einfach nicht kaufen.

Das Kataster- oder Vermessungsamt ist dein Ansprechpartner für Karten wir beispielsweise die Flurkarte, die dir ein genaues Bild über die Form und Ausrichtung deines Grundstücks gibt.

Pläne und Verzeichnisse

Im Baulastenverzeichnis, das du bei der Baubehörde einsehen kannst, ist genau geregelt, was du auf dem Grundstück nicht darfst.

Es lohnt sich auch ein Blick in den Flächennutzungsplan, der regelt, wie die Flächen rund um dein Grundstück in Zukunft genutzt werden. Wer hat schon gerne eine Schnellstraße neben dem Zaun?

Der Bebauungsplan gibt Dir Aufschluss darüber, wie und was du auf deinem Grundstück bauen darfst.

Außerdem solltest du vor dem Kauf einen Blick ins Grundbuch, bzw. dessen Auszüge werfen. Das Dokument beinhaltet Informationen darüber, was zu dem Grundstück gehört, welche Nutzung zulässig ist, den Eigentümer und mögliche Lasten. Einblick bekommst du am besten über den Eigentümer oder einen Notar.

Der Kauf

Hast Du alle Faktoren berücksichtigt und bist dir mit dem Besitzer über den Kaufpreis einig, treffen sich beide Parteien mit dem Notar, der den Entwurf des Kaufvertrages anfertigt. Sind sich Käufer und Verkäufer über die Details einig und Änderungen vorgenommen, wird der Vertrag beim Notar unterschrieben. Dieser regelt auch die Eigentumsschreibung beim Grundbuchamt. Ist der Kaufpreis dann bezahlt und die Grunderwerbssteuer entrichtet, gehört das Grundstück dir.

Hast du vor ein Grundstück zu erwerben? Stelle deine Fragen als Kommentar oder im Forum. Hier kannst du auch mitdiskutieren und deine Erfahrungen schildern.

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